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Mit 400.000 Delikten pro Jahr ist die Zahl der Ladendiebstähle in Deutschland immer noch sehr hoch. Obwohl diese in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Drittel zurückgegangen sind, entstehen dem Einzelhandel Verluste in Milliardenhöhe. Nach Schätzungen verlieren Händler bis zu 2 Milliarden Euro jedes Jahr durch Diebstähle. Laut einer Studie des Handelsinstitutes EHI wird statistisch gesehen jeder 200. Einkaufswagen nicht bezahlt. Rechnet man dies um, stiehlt jeder Haushalt jährlich Waren für über 50 Euro.
Überwachungskameras, Sicherheitspersonal und Spiegel sollen helfen das Problem in den Griff zu bekommen. Vor allem eine Warensicherung ist dabei unerlässlich. Verschiedene Lösungen schützen die Ware oder machen sie nach einer Entwendung für den Dieb unbrauchbar.
Die konventionellste Lösung ist das Einschließen oder Anbinden von Gütern. Vor allem in der Schmuckabteilung kommen große Vitrinen zum Einsatz. Hochwertige Uhren verbergen sich hinter großen, durchsichtigen Verpackungen, die ein schnelles Einstecken verhindern sollen. In der Elektroabteilung wird überwiegend mit Drahtseilen gearbeitet. Fotoapparate oder Handys werden angebunden und lassen sich so nur wenige Zentimeter von der Ausstellungssäule entfernen.
In Bekleidungsgeschäften findet man häufiger eine chemische Warensicherung. In Glasröhrchen werden Chemikalien an der Ware befestigt, die sich beim unrechtmäßigen Entfernen der Sicherung über die Kleidung ausbreiten. Häufig wird dabei mit nicht auswaschbaren Farben gearbeitet, aber auch mit Gestank verbreitenden Stoffen. Diese Art der Warensicherung verhindert jedoch nicht den Diebstahl. Professionelle Diebe werden einen Weg finden, die Sicherung ohne Beschädigung der Ware zu entfernen. Auch deshalb kommt immer mehr die elektronische Warensicherung zum Einsatz. Dabei haben die Händler die Wahl zwischen elektromagnetischen (EM), radiofrequenten (RF) und akustomagnetischen (AM) Systemen. Die Lösungen unterscheiden sich in verschiedenen Merkmalen der Sicherheit, Zuverlässigkeit oder Durchgangsbreiten. So kann ein EM-Sytstem lediglich eine sehr kleine Durchgangsbreite absichern, während das RF-System 200 cm und das AM- System sogar 400 cm zwischen zwei Antennen kontrollieren können. Die Standardlösung beim Gebrauch einer solchen Warensicherung ist die Installation eines Check-In und Check-Out- Bereichs im Geschäft, um Diebe auch schon visuell abzuschrecken. Doch Einzelhändler und Architekten bevorzugen mehr und mehr unsichtbar zu installierende Antennensysteme z. B. durch die Integration in den Boden oder in/auf das Türportal.
Wurde ein Warensicherungsetikett nicht an der Kasse deaktiviert, wird dies von Antennen erkannt und ein Alarm ausgelöst. Die Etiketten sind dabei entweder auf die Ware aufgeklebt (Klebeetiketten) oder in einem Kunststoffgehäuse befestigt (Hartetiketten, Permanentetiketten). Beide Etiketten-Formen haben ihre Vorteile: Eine sichtbare Anbringung eines Etiketts hat einen psychologischen Effekt. Der Kunde nimmt die Ware als gesichert wahr und Gelegenheitsdiebe werden abgeschreckt. Unsichtbare Sicherungen hingegen, die an der Kasse deaktiviert werden, müssen von einem Dieb erstmal gefunden werden, um sie zu entfernen.
Die Zukunft liegt in diesem Bereich jedoch wahrscheinlich in der Quellensicherung. Bereits bei der Herstellung oder Montage wird ein Warensicherungsetikett integriert (im Schuhabsatz, im Schaft der Bohrmaschine etc.), welches aktiviert, deaktiviert und reaktiviert werden kann. Diese Form ist in Deutschland noch nicht weit verbreitet, wird in anderen EU-Ländern wie Spanien aber schon länger erfolgreich eingesetzt. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit bis sich diese Methode auch hierzulande durchsetzt.
Vanessa Nanzig
iXtenso.com
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